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Autor Thema: Kaisa - K.M.K.  (Gelesen 1745 mal)

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Lu$tmolch

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Kaisa - K.M.K.
« am: 9 März 2010, 16:18:34 »



Wenn ich an Kaisa denke, erwarte ich gute Hooks mit düsterer Stimme, Synthesizer aus den 80'er Jahren und arnachistische Züge. Der Berliner Untergrund Rapper präsentierte im vergangenen Jahrzehnt einen enormen Longplayer Output seinen Fans, darunter "Das Omen" Doppelalbum mit Basstard, "28 Wochen Später" und das relativ neue "Der Schwarze Hai". Hierbei soll es sich jedoch um den wohl letzten Tonträger von Kaisa handeln, deswegen wird er von uns genau unter die Lupe genommen.

Zu Beginn sticht der gleichnamige Titeltrack ins Auge, weil wie auf dem Cover ein unheimlich wirkendes Mädchen den Hook im Exorzisten Style zwitschert. "Endlich Kartext" wird untermalt von einem bouncigen Beat und Kaisa's aggressivem Flow, der Chorus wird mehr geschrien als gesungen. Die ersten Tracks der CD sind sehr vernachlässigbar ("Donnie Brasco") und die Lyrics wirken monoton und fragt sich "So krank kann der Typ nicht sein", auch wenn ab und zu die ein oder andere markante Line verpackt wird: "der Zimmerservice sollte eigentlich nur Essen bringen". Nach dem langsamen Start überzeugt "Flatliner" mit einem guten Beat und Kaisa verkündet, dass Kleider Leute nicht hart machen. Auch auf dem folgenden Track 6 gefallen mir die Produktionen immer besser. Sie liefern hier sogar eine ganz positive Attitude, auch wenn die Texte in eine ganz andere Richtung gehen. Kaisa lässt "Ich kann dich sehen" die Rollos in seinem Haus herunter und berichtet dem Hörer von seinem sexuellen Treiben. Ein ähnlicher weiblicher Gesang wie im Intro wird verwendet.

Über sein zersplittetes Verhältnis und den Hass eines Elternteils geht es in dem dunklen Stück "Muttertag". Aufgrund seines Antichrist Daseins hat ihn seine Mutter aufgegeben und steht in seiner Fantasie mit Küchenmesser an seinem Bett oder lässt Kaisa im Pool ertrinken. "Mutter kommt mich nicht besuchen, kommt nicht ins Krankenhaus, ich hab das Warten aufgegeben und mache die Lampen aus". Im Mittelteil des Longplayers folgen eine Hurensohn-Abwandlung des in Deutsch Rap Kreisen berühmten MFG's ("Alles ist so Hurensohn"), eine Drogen Dealer Hymne mit Rock Gitarren ("Weiss es"), weitere melancholische Stücke ("Deutschland im Herbst") und die ein oder andere innovative Produktion. ("Kalt erwischt") Auf Track 13 kreiert Kaisa ein weiteres düsteres Szenario, indem er einen Extremisten und Amokläufer beschreibt, der sich seine Sprengstof und Bomben Anleitungen aus dem Netz holt. Das Instrumental läuft zwar dezent im Hintergrund, entfaltet aber eine bedrohliche Wirkung.

"Den Schlechten geht es gut" ist ziemlich bezeichnend für den Stil der ganzen CD. Makaber/verrückte Lyrics treffen auf einen sehr positiv klingenden Beat. Der gegröhlte Hook mit der "die Guten sterben jung"-Botschaft erinnert an das typische Böhse Onkelz Gegrunze - wem es gefällt! Ansonsten ist das Stück jedoch sehr gelungen. Die Juwelen des Projektes sind erstaunlicherweise unter den 5 Bonus Tracks, deshalb unbedingt die Limited Edition auschecken. "Ein Grab im Kornfeld" lockt mit einem überdurchschnittlichen Beat und geilem Sample. Kaisa drückt hier erneut seine Verachtung gegenüber der Schulzeit aus. Inhaltlich und soundtechnisch mein absoluter Anspieltipp! Der Bonus Track "Nevada Tan" ist auch sehr solide. Auf Track 20 lässt Kaisa dann noch Autobahn Touristen erschrecken, weil Leichen an Raststätten auftauchen. Unterstützt werden seine Geschichten durch einen fies-düsteren Beat im Memphis Style.

Fazit: In den ersten Monaten des Jahres kommt wenig bekanntes großes Deutsch Rap Futter in die CD Regale und Kaisa hat somit keine große Konkurrenz. Mit dem Kollegah Disstrack wurde außerdem nochmal die Promo Trommel angekurbelt. Seinen Anarchistischen Ansichten wünscht man sich manchmal eine noch attraktivere Verpackung. Bei den Texten ist teilweise noch Luft nach oben und auch was das Hit Potential der Main Album Tracks angeht. Deshalb unbedingt zur Limited Edition mit den 5 Bonus Tracks greifen, wenn ihr voll auf eure Kosten kommen wollt. Für Kaisa Fans sicherlich ein Pflichtkauf und für Kritiker, die die Unfertigkeit mancher Stücke bemängeln, eine Bestätitung. Kaisa's Stimme ist besser für Rap geeignet als viele andere und ich glaube nicht, dass wir sein letztes Werk gehört haben.


Bewertung: 7.5 / 10
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